Rugby Offenbach qualifiziert sich für den Aufstieg in die zweite Bundesliga

DRV verweigert dem BSC Rugby Offenbach den Liga-Aufstieg

Trotz sportlicher Qualifikation und regelkonformer Nominierung verweigert der
Deutsche Rugby Verband (DRV) den Ruggern des BSC 1899 Offenbach nach
erfolgreicher Saison den Aufstieg in die zweite Liga.

Offenbach/Main (ab/mas) – Der Rugby-Mannschaft des Traditionsvereins BSC 1899
Offenbach wird seitens des Deutschen Rugby-Verbands (DRV) der Aufstieg in die
zweite Liga zur Spielsaison 2018/2019 verwehrt. Die Offenbacher Rugger hatten sich
für den Aufstieg durch die erbrachte sportliche Leistung qualifiziert und wurden von
der dritten Liga für den Liga-Aufstieg nominiert. Eine Begründung des DRV für den
negativen Bescheid trotz erfüllter Aufstiegsvoraussetzungen liegt nicht vor. Nachdem
der DRV keine Kommunikationsbereitschaft zeigt, wird der Rechtsanwalt des BSC
jetzt Zivilklage mit Schadensersatzforderung gegen den Verband einreichen.
Unsportliche Vorgehensweise des Verbands.

In der Saison 2017/2018 wollte der Hessische Rugby-Verband (HRV) den BSC
Offenbach nicht zur dritten Liga zulassen. Da die dritte Liga mit dem Liga-Eintritt der
Offenbacher Rugger einverstanden war, konnte die Mannschaft nach Einspruch und
Einlegen von Rechtmitteln dennoch in der Liga starten.
Aufgrund ihrer hervorragenden sportlichen Leistung in der dritten Liga Süd-West ist
die Rugby-Mannschaft des BSC Offenbach als Zweitplatzierter der Saison 2017/2018
hervorgegangen. Da der Verein der erstplatzierten Mannschaft der dritten Rugby-Liga
bereits ein Team in der zweiten Liga hat, sehen es die Richtlinien vor, dass der
Zweitplatzierte aufsteigt. So wurde der BSC Offenbach ordnungsgemäß als Aufsteiger
für die zweite Liga nominiert. Da ein weiterer Teilnehmer an der Aufstiegsrunde nicht
existiert, steigt der Antragsteller direkt in die zweite Bundesliga auf.

Obwohl die dritte Liga, die aus den Verbänden von Hessen, Baden-Württemberg,
Rheinland-Pfalz und dem Saarland besteht, maßgeblich für die Nominierung ist, forderte
die zweite Liga nicht nachvollziehbarer Weise die Zustimmung des Hessischen Rugby-
Verbandes (HRV) ein. Trotz erbrachter sportlicher Leistung und Regelkonformität des
BSC verweigerte die zweite Liga mit Verweis auf den HRV den Liga-Aufstieg. Zur
Klärung des Sachverhalts wurde das Sportgericht des DRV angerufen.
Der Liga-Ausschuss der zweiten Bundesliga hat den BSC 1899 nicht für den
Spielbetrieb in der Saison 2018/2019 der zweiten Liga zugelassen. In Folge wurde der
DRV am 9. Juli 2018 aufgefordert, die Meldung des BSC Offenbach für die zweite
Bundesliga 2018/2019 durchzuführen, da laut Bundesliga-Ausschuss die Meldung für
die Liga-Teilnahme des BSC 1899 ausstehe. Seit der Konsultierung des DRV hat sich
das zuständige Sportgericht mehr als sechs Wochen Zeit gelassen mit einem, dem
Anwalt des BSC rein mündlich zugetragenen Urteil.
Nur wenige Tage vor Saisonstart verweigert nun das Sportgericht des DRV der sportlich
erfolgreichen ersten Mannschaft des BSC den Aufstieg. Der negative Bescheid erging
ohne jegliche Begründung oder ein schriftliches Urteil. Auch lässt das Vorgehen des HRV
und des DRV Sportgerichts jegliche formell rechtliche Konformität vermissen. So wurden
von beiden weder notwendige Fristen eingehalten, noch erging je ein schriftliches Urteil.
Zudem war das Sportgericht nachweislich nicht mit den erforderlichen drei Mitgliedern
besetzt. Da aufgrund der Regelkonformität des Antrags für die zweite Liga in keiner Weise mit
einer derart kurzfristigen Verweigerung zu rechnen war, hat der BSC in der Zwischenzeit
für die anstehende Zweit-Liga-Saison Verträge mit Nationalspielern geschlossen.

Damit fallen seitens des BSC jetzt erhebliche Schadenersatzforderungen gegen den Hessischen
Rugbyverband an. Der BSC-Vorstand und die Sponsoren des Vereins drücken ihre Enttäuschung aus. So
sagt Peter Schäfer, zweiter Vorsitzender des BSC-Rugby: „Der ganze Vorgang lässt
jegliche Rechtsgrundlage vermissen und ist eines Sportverbandes nicht würdig. Es
scheint, als ob hier nicht die Förderung und Verbreitung des Rugby-Sports im
Verbandsmittelpunkt stehen, sondern individuelle Interessen verfolgt würden.
Vielleicht sehen manche Leute im HRV durch den schnellen sportlichen Erfolg des
BSC eine unliebsame Konkurrenz erwachsen“.